Das Zeugnis vom Werke Gottes kam 1884 durch den Unterdiakon Max Mu?ller aus Hamburg nach Harburg. Ein erster Hinweis auf die Zeugnisarbeit jener Zeit ist eine Anzeige in den „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ vom 6.Januar 1884: „Öffentlicher Vortrag u?ber die Wiederkunft Christi“! Der erste bekannte Versiegelungsgottesdienst fand am 25. April 1894 statt. Apostel Krebs, der spätere Stammapostel, versiegelte 13 Seelen. Ein besonderer Segen war im Jahre 1904 der Besuch von Stammapostel Krebs, in dessen Begleitung sich die Apostel Niehaus, Hallmann und Sebastian befanden.

Die Gemeinde entwickelte sich trotz äußerer Anfechtungen und manch innerer Kämpfe positiv weiter. Ein besonderer Höhepunkt in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen war der Besuch von Stammapostel Bischoff – zu jener Zeit Stammapostelhelfer – am 2. April 1922, als er 21 Seelen versiegelte. 1939 zählte die Gemeinde rund 320 Seelen! Die ersten Jahre nach dem 2. Weltkrieg waren von großer Not gekennzeichnet. Hunger, Wohnungsnot, Mangel an Heizmaterial und Mangel an Kleidung erschwerten das tägliche Leben beträchtlich.

Trotzdem begann das Gemeindeleben wieder zu pulsieren. Eine ganze Anzahl von Geschwistern, die durch den Krieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden, fanden in Harburg eine neue Bleibe. In diesen Jahren wurden mehrere Stationen und Gemeinden in und um Harburg gegründet, u. a.  in den Ortsteilen Heimfeld, Eißendorf, Marmstorf, Neuland, Bostelbek, Hausbruch, Neugraben und Sinstorf. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der freudige Einsatz der damaligen Jugend. Zwischen 1920 und 1954 fanden auf einem kircheneigenen Grundstück in der Eddelbüttelstrasse in Harburg viele segensreiche Gottesdienste statt. 1954 wurde dieses Grundstück verkauft und alle Harburger Gemeinden waren in Schulen untergebracht.

Als erste der Harburger Gemeinden erhielt die Gemeinde Wilstorf am 20. August 1960 wieder eine eigene Kirche in der Maretstraße 69. Dieses Grundstück wurde 1996 verkauft, nach der Zusammenlegung der Gemeinden Wilstorf und Harburg zur neuen Gemeinde Harburg.

Mittelpunkt des Gemeindelebens für die Harburger Geschwister ist seither die am 25. Juni 1971 geweihte Kirche in der Wattenbergstrasse 23. Die Kirche verfügt über rund 600 Sitzplätze. Sie ist die Zentralkirche des Unterbezirks Hamburg-Süd, in der zu größeren Gottesdiensten mehrere Gemeinden zusammengezogen werden können.

Vorher waren die Geschwister des Unterbezirks zu größeren Gottesdiensten häufig in der Friedrich-Ebert-Halle in Harburg zusammen. Insgesamt wurden dort in den Jahren von 1950 bis 1976 120 Gottesdienste erlebt. Gehalten von den Stammaposteln Bischoff und Schmidt, die meisten jedoch von Bezirksapostel Weinmann.

Höhepunkt für die Gemeinde Harburg war der von Stammapostel Richard Fehr zu Ostern 1996 in unserer Kirche gehaltene Gottesdienst. Viele weitere schöne Momente durften erlebt werden in den Gottesdiensten von Bezirksapostel Knobloch, Apostel Drave, Apostel Krause, Bezirksapostel Leber und Apostel Schumacher.
Im Jahr 2009 feierte die Gemeinde Harburg ihr 125jähriges Jubiläum. Den Gottesdienst dazu hielt Bezirksapostel Karl-Heinz Schumacher. Im selben Jahr besuchte Stammapostel Wilhelm Leber die Gemeinde, dieser Gottesdienst wurde in die gesamte Gebietskirche Norddeutschland via Satellit übertragen.

Mit dem Bau des Fahrstuhles im Jahre 2010 ging für viele alte und gehbehinderte Geschwister ein langjähriger Wunsch in Erfüllung. Sie müssen sich nicht mehr mühevoll die Treppe hoch kämpfen und auch die Rollstuhlfahrer können endlich den Haupteingang nutzen,  statt bei teilweise schlechtem Wetter die Rollstuhlrampe zur Hintertür hoch geschoben zu werden. Im Zuge der Umbauarbeiten wurde außerdem das WC der Sakristei zu einem behindertengerechten WC umgebaut.

Am Sonntag, dem 5. August 2012, diente Apostel Steinbrenner in der Gemeinde Harburg sowie den Geschwistern aus Sinstorf und Neugraben, die ebenfalls nach Harburg eingeladen waren. In diesem Gottesdienst wurden die Gemeinden Harburg und Kirchdorf zusammengeführt. Mit herzlichem Dank entband der Apostel die beiden bisherigen Vorsteher, den Hirten Thieß für Harburg und den Priester Frömming für Kirchdorf, von ihren Beauftragungen als Vorsteher und legte die Führung der neuen Gemeinde in die Hände des sichtlich bewegten Evangelisten Kaufmann. Hirte Thieß und Priester Dölle wurden in den wohlverdienten Ruhestand  versetzt. Die entstandene Lücke im Priesterkreis verzäunte der Apostel indem er den Diakon F. Cieslewicz als Priester für die Gemeinde setzte.

Das Jahr 2013 stand ganz im Zeichen des 150 jährigen Bestehens der NAK. In vielen Gemeinden fanden Festveranstaltungen statt. Unsere Gemeinde war Gastgeber für den Kinderchor aus Harsefeld, der das Musical „Spuren der Hoffnung“ aufführte. Auch das junge Orchester erfreute durch seine Darbietungen. Ein besonderer Höhepunkt war der Flohmarkt „Rund ums Kind“, der auf unserem Kirchengelände, am Vortag des Bezirkstages, stattfand. Daraus und aus der Versteigerung von Geschenken, die Stammapostel Leber auf seinen Reisen erhalten hatte, kam ein Spendenerlös für das Löwenhaus in Höhe von 1500 € zusammen.
Im Jahre 2014 gab es mehrere Veränderungen im Brüderkreis. Unser Apostel hielt am 15.01. einen Gottesdienst, in dem Priester Boll in den Ruhestand versetzt wurde. Auch wurden 3 Diakone für unsere Gemeinde neu eingesetzt bzw. bestätigt. Am 27.07. kehrte unser Apostel wieder in unserer Gemeinde ein. Es wurden Veränderungen im Brüderkreis vorrangig für die Gemeinde Sinstorf vorgenommen. Der Vorsteher der Gemeinde Sinstorf Hirte Börner erreichte die Altersgrenze und wurde in den Ruhestand versetzt, wie auch der Evangelist Weigel und Priester Fohrmann. Um die Lücke zu verzäunen empfing unser bisheriger Priester Frömming das Hirtenamt und die Aufgabe in der Gemeinde Sinstorf als Vorsteher zu wirken. Unsere Gemeinde erhielt zur Verstärkung den Priester H. Pretzel aus der Gemeinde Stelle/Winsen. Seelsorgerisch werden die Gemeindemitglieder zurzeit von einem Gemeindeevangelisten, 4 Priestern und 9 Diakonen betreut.
Zu einer silbernen und zwei diamantenen Hochzeiten wurde der Segen gespendet. Kinder wurden in die Gemeinde geboren, getauft und versiegelt. Konfirmanden übernahmen die Verantwortung für ihren Glauben. So gab es eine Vielzahl freudiger Ereignisse. Aber auch von manchen Lieben, die in die Ewigkeit zogen, musste Abschied genommen werden. Geschwister von Auswärts zogen in die Gemeinde und andere verließen die Gemeinde, da sie einen neuen Wohnort fanden.

Gemeinschaft wird nicht nur in den Gottesdiensten gepflegt. Es gibt auch vielfältige Zusammenkünfte der unterschiedlichen Altersgruppen und Interessengemeinschaften. Regelmäßig treffen sich die Senioren oder unternehmen Ausflüge. Viele Aktivitäten finden auch im Kreis der Jugend statt. Zu den jährlich stattfindenden außergottesdienstlichen Veranstaltungen gehören die Winterwanderung, das Gemeindefest und die Weihnachtsfeier. Neben der regelmäßigen Kirchenreinigung, die die Geschwister durchführen, erfolgt einmal jährlich eine Großreinigung, zu der sich immer viele fleißige Hände zusammenfinden. Nach getaner Arbeit wird noch etwas gegessen und geklönt. Sehr gern wird auch das einmal im Monat, nach dem Gottesdienst, stattfindende Kaffeetrinken genutzt, um die Gemeinschaft untereinander zu pflegen.